Mondo Zoom des Kampfkunst Kollegiums

Wie werden sich die Kampfkunstschulen wohl in der „neuen Normalität“ verhalten? Die vergangenen Monate haben viel Anlass zu Spekulationen gegeben. Ist damit zu rechnen, dass Mitglieder in Zukunft schwerer zu finden sind? Werden sie mehr als bisher auf klassische Angebote setzen, da diese Verlässlichkeit in einer von Unsicherheit geprägten Zeit versprechen?

 

An vielen Ankündigungen sind Zweifel angebracht. Aber eines ist klar: Wir sind uns mehr als zuvor unserer Verletzlichkeit bewusst. Und schon das wird Folgen haben.

So erschien es bis vor Kurzem undenkbar, dass wir unseren Unterricht nicht uneingeschränkt anbieten konnten.

Stile und Kampfkünste gibt es im Überfluss, häufig getrieben durch den Wunsch, soziale Bedürfnisse (Anerkennung) zu befriedigen oder sich selbst zu verwirklichen.

Doch die Erfahrungen in der Pandemie haben viele bisher Kampfkunstbegeisterte umdenken lassen, wie Umfragen unter den Dojoleitern zeigen.

 

Die Menschen suchen bewusster nach Angeboten – über die Möglichkeiten, Fortschritte und Auswirkungen,

Es ist nicht das erste Mal, dass äußere Ereignisse einen Einfluss auf die Kampfkunstbranche haben.

Bisher war es positiv, so war es Anfang der 70 er als "der" Karate-, Kung Fu- Martial Arts -Boom den Kampfkünsten großen Zulauf bescherte. Mitte der 80er dann mit Karate Kid, die nächste Welle.

Auch die eine oder andere Beschränkung oder Verbote (Bsp. Nunchaku) haben zu Rückgängen oder Veränderungen geführt.

 

Aber diesmal ist  alles anders, weil wir uns in grundlegenden Anliegen unmittelbar beeinträchtigt sehen. Die physischen Einschränkungen wie Maskenpflicht, Social Distancing und geschlossene Kampfsportschulen. Gleichzeitig lehrt uns die Pandemie, dass wir als Schulleiter in Bezug auf die Auswirkungen miteinander verbunden sind.

Aufgrund dieser Erfahrungen ist zu erwarten, dass ein stärkeres Miteinander in Zukunft eine größere Rolle spielen wird – sowohl für das Selbstbild der Kampfsportschulen als auch für deren Ansehen.

 

Die Menschen werden Dojos in Zukunft stärker danach beurteilen, ob das Angepriesene auch gelebt und unterrichtet wird.

Die Zeiten sind vorbei, in denen werteorientierte Kampfkunst nur in Werbekampagnen eine Rolle spielte.

 

Daher haben wir im Kampfkunst Kollegium den regelmäßigen Austausch im wöchentlichen "Mondo-Zoom" gewählt.

 

Wir sind entschlossen als Sieger aus dieser Krise zu hervorzugehen!

 

Oss Toni Dietl