Beruf: Kampfkunst-Lehrer


Beruf: Kampfkunstlehrer  

Erklärungsversuch für Normale, Eltern und Freunde

 

Was antwortest du als Karate-, Kickbox-, Kungfu-, Taekwondo- oder MMA Lehrer, wenn dich jemand fragt, was du beruflich so machst?

Wie oft hast du Familie und Freunden schon versucht zu erklären, dass du nicht nur bei ein paar Kicks machst, sondern tatsächlich auf der Matte arbeitest? Vielleicht helfen dir diese Antworten beim nächsten Erklärungsversuch.

 

Bei Small Talks ist eine der ersten Fragen häufig: Was machst du so? Damit ist nicht gemeint, wofür ich brenne oder was meine Hobbies sind, sondern was ich tue, um Geld zu verdienen. Die direkte Frage nach dem Geld ist für uns Deutsche jedoch unangebracht. Über Geld spricht man eben nicht.

 

Für Festangestellte ist die Antwort einfach. Heute gibt es (noch) keine allgemein verständlichen Berufskategorien für uns Kampfkunstlehrer. Hast du schon mal jemandem gesagt, dass du Kampfsportler, Martial Artist oder Kampfkunst-Entrepreuneur bist und dafür misstrauische Blicke geerntet?

Vielleicht bist du selbst Kampfkünstler und versuchst deinem Umfeld in aller Kürze zu erklären, was du “so machst”. Oder bist du der Elternteil oder der Freund von einem Kampfkunstlehrer und willst endlich verstehen, was zum Teufel sie oder er eigentlich die ganze Zeit treibt.

MAMA, ICH BIN JETZT KAMPFKUNST-LEHRER …

… was bitte? Genauso wenig wie ich verstehe, was ein Astrophysiker macht, versteht mein Umfeld, was ein Kampfkunstlehrer oder ein Martial Artist ist. Oder ein Dojoleiter. Oder ein Martial Arts-Preneur. Also muss ich es mit Beispielen erklären, die allgemein verständlich sind.

 

“Mama, Kampfkunstlehrer sind Menschen, die ihr Geld mit Kampfsportunterricht verdienen. Dadurch habe sie andere Arbeitszeiten, eben am Nachmittag, Abend bzw. am Wochenende. Es gibt dabei ganz unterschiedliche Modelle, wie wir unser Geld verdienen. Einige arbeiten als Trainer in Kampfsportschulen. Sie machen in der Regel genau das, was sie auf der Matte gelernt haben oder vorher gemacht haben, nur eben als Lehrer

“Ach ja, und dann verdiene ich auch noch Geld mit Personaltraining."

 

“Dann habe ich meine eigene Kampfkunst-Schule. Das ist nichts anderes als ein Geschäft oder Fitness-Studio, nur eben in Kampfkunst Form. Das Wissen verpacke ich in verschiedene Kurse.”“Mit diesem Geschäftsmodelle verdiene ich mein Einkommen. “Im Grunde bin ich also ein Kampfkunst-Unternehmer. Ich bin gleichzeitig Designer, Programmierer, Copywriter, Journalist, Marketer und vor allem MattenmanagerWie viele andere bin ich ein Multi-Potential, der alles ein bisschen aber nichts zur Perfektion kann. Das ist okay, denn ich bin der Manager meines eigenen kleinen Unternehmens und nicht immer der Leistungserbringer.

Wenn ich etwas nicht kann, dann hole ich mir Hilfe von Experten.”

 

Und kann man damit wirklich Geld verdienen?

“Klar kann man das. Wie sonst sollte ich mir meinen Lebensunterhalt finanzieren? Genauso wie Zeitschriften, Versicherungsmakler, Seminarleiter oder Ladenbesitzer in der bekannten Welt, kann ich mit genau den gleichen Geschäftsmodellen auch als Kampfkünstler Geld verdienen. Mein Vorteil ist, dass ich tue was ich liebe.”

Und bist du nicht einsam, wenn du durch die Arbeitszeiten wenig soziale Kontakte hast?

Kraft und Rückhalt geben mir vor allem meine Frau und meine Kinder .. aber ja, manchmal schon. Genau deshalb ist es für uns so wichtig, den Austausch miteinander zu suchen. Das geschieht teilweise im Internet auf Facebook oder in Communities und teilweise bei Treffen vor Ort, auf während der Meisterschaften und Turnieren und den Seminaren des Kampfkunst Kollegiums. 

Und wie sicherst du dich ab? Machst du dir keine Sorgen um die Rente? 

Solltest du dir nicht größere Sorgen um deine staatliche Rente machen? Ich investiere in mich und mein Unternehmen. Dass ich dafür eine bessere Rendite erhalte als vom Staat oder durch andere Finanzprodukte, davon bin ich überzeugt.

Gedanken mache ich mir um meine gesundheitliche Absicherung, weshalb ich eine gute Krankenversicherung für absolut notwendig halte.

NICE TO MEET YOU.

WHAT DO YOU DO FOR A LIVING?

 

Es hat ein paar Jahre gedauert aber so langsam verstehen Freunde und Familie, was ich eigentlich so treibe. Genau diese Zeit für Erklärungen gibt es bei flüchtigen Bekanntschaften nicht. Was antworte ich also, wenn mich jemand beim Small Talk fragt, was ich beruflich so mache?

 

In der Vergangenheit habe ich oft gesagt, ich arbeite im Sportbereich. Das hat den Fragenden ruhig gestellt, obwohl es alles andere als greifbar ist. Das ist schade, denn ich liebe was ich tue und möchte es anderen Menschen nicht vorenthalten, sofern es sie denn interessiert.

 

Heute sage ich, dass ich Kampfkunst Unternehmer bin und mich als Coach sehe. Ich schreibe betreibe meine Kampfkunst-Schule und veranstalte Seminare und Workshops, in denen ich anderen Menschen Möglichkeiten aufzeigen will, sich und ihren Körper besser kennenzulernen.

 

Ich bin Unternehmer. Ich habe andere Arbeitszeiten Ich habe Werte, nach denen ich mein Tun ausrichte. Ich mache Dinge, die mich erfüllen und einen Mehrwert für andere Menschen schaffen. Ach ja, und ich kann davon leben.

 

Was machst du eigentlich so beruflich?


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Kommentare: 5
  • #1

    Gerd Lehmann (Donnerstag, 17 August 2017 09:11)

    Sehr sehr gut. Daumen hoch. �

  • #2

    Thorsten Memmener (Donnerstag, 17 August 2017 13:07)

    Super Beitrag Toni !!!!!!!

  • #3

    Klaus Nonnemacher (Donnerstag, 17 August 2017 14:29)

    Top gut geschrieben !

  • #4

    George Appiah (Donnerstag, 17 August 2017 15:14)

    Besser kann man es nicht beschreiben. Super

  • #5

    Wolfgang Kothe (Freitag, 18 August 2017 11:58)

    Ein sehr guter Beitrag, von einem Praktiker(Unternehmer) verfasst. Super!!!


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